• ralf hanke

LANGSAM SEIN IN VERRÜCKTEN ZEITEN

Andere Menschen sind hell und licht, nur ich allein bin trüb und schwach. Andere Menschen sind flink und schlau, nur ich allein bin träg und dumm. Andere Menschen haben eine Bestimmung, nur ich alleine weiß von nichts. TAO TE CHING

´Ich alleine weiß von nichts`, sagt der alte Laotse und ich verstehe ihn. Es geht mit genauso. Die Welt dreht sich immer schneller. Die Mehrzahl der Menschen sind auf der hektischen Jagd nach der glücklicheren Variante ihrer selbst: schöner, erfolgreicher, beliebter, schlauer . . . und vergessen, dass sie den Hauptpreis schon gewonnen haben: Lebendigkeit, das große Geschenk, lebendig zu sein, hier und jetzt. Selbst wenn sie sich unwohl und atemlos fühlen, wenn Körper und Seele das endlose Rennen aufgeben, treibt das auf Ergebnisse und Ziele fixierte Denken sie weiter.


Ich sitze still oder gehe langsam und weiß von Tag zu Tag weniger. Immer vertrauter werden mir die Steine und Bäume und die Echsen, welche, die Wärme genießend, auf nichts warten.


Du bist auf dem Weg zu einem glücklicheren Ich? Gut, aber können wir eine kleine Rast einlegen und einfach den Augenblick genießen? Mir genügst du so, wie du bist. Wirklich!

Wenn der Drang, der Gegenwart zu entfliehen erlischt, kehren Freude und ein tiefes Einverstandensein mit dem, was ist, in unser Leben zurück. Atmen, ein Schluck Tee, das Brummen des Kühlschranks, die schmerzende Schulter, Unsicherheit und Scham, Freiheit, Schönheit und Schrecken, alles gehört dazu und findet seinen Platz. Mehr weiß ich nicht.



Meine Arbeit ist nicht, etwas in dir oder mir zu verbessern und an die Ansprüche einer Gesellschaft anzupassen, die zunehmend ihre Seele verliert und zu sehr beschäftigt ist, um es zu merken. Meine Arbeit will uns beide an das Wunder, an die Schönheit und ja, an die Vollkommenheit unserer Existenz in diesem Augenblick einfacher Gegenwart erinnern.

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