• ralf hanke

Der Weg der Heilerin

Aktualisiert: 4. März 2020



Keiner von uns bleibt ohne Verletzungen und Narben.

Vielleicht gelingt es uns, sie zu verbergen, vielleicht können wir sie für lange Zeit verdrängen. Das Verbergen und Verdrängen unserer Wunden erschien einst hilfreich und die einzige Möglichkeit, mit dem Schrecken und der Kälte, die das Leben unausweichlich mit sich bringt, umzugehen. Doch schon lange ist das nicht mehr die beste Strategie. So notwendend sie auch gewesen sein mag, heute kostet sie mehr Kraft, als sie dir gibt. So sehr wir uns auch bemühen. Das, was wir auf keinen Fall nach außen hin zeigen wollen, harrt all die Jahre in der Tiefe aus und wartet auf seine Erlösung.


Dort müssen wir hin – du, ich, jede und jeder, immer wieder. Achtsam, langsam, mit leisen, aber festen Schritten. Sanft und unbeirrt wahrnehmen, was sich schlecht anfühlt, ohne es verändern zu wollen. Der Scham dein Herz zu öffnen, ohne Rechtfertigung, ohne Erklärung. Alles erspüren, sogar wie jedesmal deine Lebendigkeit nachlässt, wenn du auch nur ein Gefühl verdrängen willst.


Wisse um das Männliche, aber halte dich an das Weibliche: Sei das Strömen des Universums! TAO TE CHING

Der Weg nach innen ist der Weg der Heilerin. Auf ihm bewegt uns nicht länger die Frage, wie wir unsere Wunden verbergen können. Vielmehr nehmen wir sie sanft ins Herz und erkunden, welche Kräfte und Fähigkeiten in ihnen verborgen sind. Vage zuerst, doch dann immer deutlicher erkennen wir, wieviel Kraft und Schönheit in unser Verletzlichkeit liegen. Das, was wir am meisten in uns ablehnen, ist, in seiner geheilten, im Herzen gehaltenen Form, das, worauf die Welt sehnsüchtig wartet. Wir wandeln unsere Scham und unser scheinbares Versagen in eine Quelle, aus der wir Heilung und Trost für uns und andere schöpfen.


Wie der Zentauer Chiron in einer alten Geschichte werden wir zu verwundeten Heilerinnen und Heilern. Wir befrieden unsere Vergangenheit und beenden den inneren Kampf unserer Gefühle und Gedanken. Schuldzuweisungen, Ausflüchte und langatmige Erklärungen bekommen weniger Raum. In der einsetzenden Stille erkennen wir das Heilige und Wunderbare in allen Bereichen des Lebens. Indem wir Ja sagen zu dem, was war und was ist, werden wir erwachsen und bereit, heilend in der Welt zu wirken.


Soulwork folgt in allen Umständen der Bewegung unserer Seele in die Tiefe, hin zu Heilung und Ganzheit. Eine Bewegung, die, ungeachtet der Zweifel des Verstandes, mit

Entspannung, tieferer Selbstannahme und wachsender Freude einhergeht.

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